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PV-Wissen

Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage

Eine gut geplante Anlage im Saarland hat sich nach acht bis neun Jahren bezahlt und liefert danach 15 Jahre fast kostenlosen Strom. Wir rechnen ein typisches Einfamilienhaus vor und zeigen die Stellschrauben.

Smart Meter im Zählerschrank zur Messung von Einspeisung und Bezug

Ob sich eine PV-Anlage lohnt, entscheidet sich an drei Zahlen: was sie kostet, wie viel Strom Sie selbst verbrauchen und was dieser Strom sonst kosten würde. Alles andere, Einspeisevergütung, Förderung, Speicher, sind Stellschrauben daran. Wir rechnen es hier für ein typisches Haus vor, mit den Werten vom September 2026.

Das Beispiel

Ein Einfamilienhaus im Saarland, vier Personen, 4.500 Kilowattstunden Stromverbrauch im Jahr, Strompreis 35 Cent je Kilowattstunde. Auf das Süddach passen 10 kWp, die rund 10.700 Kilowattstunden im Jahr erzeugen. Einspeisevergütung 7,70 Cent je Kilowattstunde.

Variante A: ohne Speicher

Ohne Speicher verbrauchen Sie etwa 35 Prozent des Solarstroms direkt, hier 3.750 Kilowattstunden. Der Rest, 6.950 Kilowattstunden, geht ins Netz.

Position pro Jahr
Gesparter Strombezug (3.750 kWh × 35 ct) 1.313 €
Einspeisevergütung (6.950 kWh × 7,7 ct) 535 €
Summe 1.848 €
Kosten der Anlage 15.000 €
Amortisation ca. 8–9 Jahre

Variante B: mit 10 kWh Speicher

Der Speicher hebt den Eigenverbrauch auf rund 65 Prozent, also 6.950 Kilowattstunden. Ihr Netzbezug sinkt auf wenige hundert Kilowattstunden im Winter.

Position pro Jahr
Gesparter Strombezug (6.950 kWh × 35 ct) 2.433 €
Einspeisevergütung (3.750 kWh × 7,7 ct) 289 €
Summe 2.722 €
Kosten der Anlage 21.000 €
Amortisation ca. 8–9 Jahre

Beide Varianten haben sich nach acht bis neun Jahren bezahlt, wenn der Strompreis stabil bleibt. Steigt er, wie in den letzten zwanzig Jahren im Schnitt um drei Prozent jährlich, geht es schneller. Sinkt er, dauert es länger. Bei gleicher Amortisationszeit verdient der Speicher über 25 Jahre mehr, weil er mehr teuren Strombezug ersetzt; er trägt aber auch das Risiko, nach 15 Jahren getauscht zu werden.

Über 25 Jahre gerechnet

Module halten 30 Jahre, die Garantie meist 25 bis 30. Bei einer jährlichen Alterung von 0,4 Prozent, einem Wechselrichtertausch nach 15 Jahren (etwa 2.000 Euro) und einem Strompreisanstieg von zwei Prozent im Jahr summiert sich Variante B auf rund 75.000 Euro Ersparnis und Einnahmen über 25 Jahre, bei 21.000 Euro Investition. Das entspricht einer Rendite von sechs bis acht Prozent im Jahr, steuerfrei, auf dem eigenen Dach. Ohne Speicher sind es rund 55.000 Euro bei 15.000 Euro Investition.

Die Stellschrauben

Eigenverbrauch ist die wichtigste. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, ist 35 Cent wert, jede eingespeiste 7,7 Cent. Verbraucher in die Sonnenstunden verschieben, Wallbox mit Überschussladen, Warmwasser am Mittag: All das erhöht den Eigenverbrauch ohne zusätzlichen Speicher. Mehr dazu unter Energiemanagement.

Anlagengröße ist die zweite. Jedes weitere Kilowatt kostet 800 bis 1.000 Euro, erzeugt aber 1.070 Kilowattstunden im Jahr. Selbst wenn davon alles eingespeist wird, sind das 82 Euro im Jahr, also eine Amortisation in gut zehn Jahren. Wird ein Teil selbst verbraucht, deutlich schneller. Deshalb raten wir meist zur vollen Dachbelegung.

Ausrichtung ist weniger wichtig, als viele denken. Ein Ost-West-Dach liefert je Kilowatt 15 Prozent weniger, verteilt die Produktion aber besser über den Tag und erhöht so den Eigenverbrauch. Unter dem Strich ist die Rendite oft ähnlich. Details unter Energieertrag.

Speichergröße hat ein Optimum. Bis etwa einer Kilowattstunde je Kilowatt Anlagenleistung steigt der Eigenverbrauch deutlich, darüber kaum noch. Ein 20-kWh-Speicher für ein 10-kWp-Haus ist im Sommer halb leer und im Winter leer. Eine Ausnahme ist die Notstromversorgung, bei der Reserve gewollt ist.

Finanzierung verändert die Rechnung wenig, solange der Zins unter der Rendite liegt. Mit einem KfW-Kredit zu vier Prozent zahlt sich die Anlage aus ihren eigenen Erträgen ab; die monatliche Rate liegt in Variante B unter der monatlichen Ersparnis.

Wann sich Photovoltaik nicht lohnt

Wir sagen Ihnen das offen: bei stark verschatteten Dächern, die den Ertrag unter 700 Kilowattstunden je Kilowatt drücken, bei Dächern, die in fünf Jahren saniert werden müssen (dann lieber gleich zusammen), bei sehr geringem Verbrauch ohne Aussicht auf Wärmepumpe oder Elektroauto und bei Häusern, die Sie in wenigen Jahren verkaufen wollen, ohne den Anlagenwert im Preis wiederzufinden. In allen anderen Fällen ist die Anlage eine der wenigen Investitionen am Haus, die sich in Euro zurückzahlt.

Was noch dazu kommt

Nicht in der Tabelle, aber real: Eine PV-Anlage steigert den Wert der Immobilie, sie macht Sie unabhängiger von Strompreissprüngen, und sie ist die Voraussetzung dafür, dass Wärmepumpe und Elektroauto wirtschaftlich laufen. Was die Anlage für das Klima leistet, lesen Sie unter Ökologie. Was sie kostet, unter Kosten.

Stand: 14. Oktober 2026

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine PV-Anlage für mein Haus und meinen Stromverbrauch?

Ja, für die allermeisten Haushalte lohnt sich eine PV-Anlage. Größe und Ausstattung der Anlage, zum Beispiel ob ein Speicher sinnvoll ist, klären wir in der Beratung individuell für Ihr Haus. Einen ersten Anhaltspunkt liefert unsere kostenlose Vorabplanung: Sie stellen eine unverbindliche Anfrage, wir planen Ihre Anlage vorab und schicken Ihnen ein Online-Angebot mit Ertrag und Wirtschaftlichkeit.

Lohnt sich ein Speicher, und wie groß sollte er sein?

Ein Speicher lohnt sich in der Regel, wenn seine Größe zur PV-Anlage und zu Ihrem Stromverbrauch passt. Ist er zu klein, geht überschüssiger Strom für wenig Geld ins Netz. Ist er zu groß, wird er nicht ausgelastet und kostet unnötig.

Entscheidend ist, was Sie von der Anlage erwarten: Notstrom ist nur mit Batteriespeicher möglich. Wer maximale Unabhängigkeit möchte, wählt den Speicher größer; wer die kürzeste Amortisationszeit möchte, wählt ihn kleiner. In unserem dynamischen Online-Angebot vergleichen Sie verschiedene Speichergrößen mit Ertrag, Kosten und Einsparung live.

Gibt es eine Förderung?

Ja, auf mehreren Wegen:

  • 0 % Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden, inklusive Speicher, Wechselrichter und Montage.
  • EEG-Einspeisevergütung: Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, bekommen für den eingespeisten Strom 20 Jahre lang einen festen Satz. Für neue Anlagen ab 2027 will die Bundesregierung die feste Vergütung abschaffen und durch eine Übergangsregel von höchstens drei Jahren ersetzen; beschlossen ist das noch nicht.
  • Zinsgünstige Kredite über die KfW (Programm 270) und die Saarländische Investitionskreditbank.

Einen Landeszuschuss für private Anlagen gibt es im Saarland derzeit nicht. Einzelne Stadtwerke fördern ihre Kunden, zum Beispiel in St. Ingbert. Was für Ihren Wohnort gilt, besprechen wir in der Beratung. Mehr dazu unter Förderung.

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Gerrit Schelter, Geschäftsführer der Solario GmbH

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