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PV-Wissen

Photovoltaik oder Solarthermie?

Beide nutzen die Sonne, aber nur eine liefert Energie, die Sie für alles verwenden können. Warum wir fast immer zu Photovoltaik raten, wann Solarthermie noch Sinn hat und was mit einer bestehenden Anlage passiert.

Luftaufnahme eines Wohnhauses mit vollständig belegtem PV-Dach

Auf Dächern sieht man zwei Arten von Sonnenkollektoren: Photovoltaik-Module, die Strom erzeugen, und Solarthermie-Kollektoren, die Wasser erwärmen. Beide sind ausgereift, beide sind nachhaltig. Vor fünfzehn Jahren war Solarthermie für Warmwasser die günstigere Wahl. Heute ist das anders, und zwar deutlich.

Der Unterschied in einem Satz

Solarthermie macht aus Sonne Wärme, die niedrigste Form von Energie: Sie können damit duschen und heizen, sonst nichts. Photovoltaik macht aus Sonne Strom, die hochwertigste Form: Sie können damit duschen und heizen, aber auch waschen, kochen, kühlen, Auto fahren, den Überschuss speichern oder verkaufen.

Der Vergleich

Kriterium Photovoltaik Solarthermie
Liefert Strom für alles Wärme für Warmwasser, ggf. Heizung
Überschuss im Sommer wird eingespeist und vergütet oder gespeichert verpufft; der Speicher ist voll, der Kollektor steht
Ertrag im Winter gering, aber nutzbar gering, Heizung übernimmt fast alles
Wartung praktisch keine, keine beweglichen Teile Pumpe, Frostschutzmittel, Ausdehnungsgefäß, alle 3–5 Jahre
Lebensdauer 25–30 Jahre Module, Wechselrichter 15–20 20–25 Jahre, Pumpe und Flüssigkeit früher
Mehrwertsteuer 0 % bis 30 kWp 19 %, dafür ggf. BEG-Zuschuss
Kosten je Dachfläche ähnlich ähnlich
Nutzen je Dachfläche in Euro deutlich höher begrenzt auf den Wärmebedarf

Das Kernproblem der Solarthermie steht in Zeile zwei: Im Sommer, wenn sie am meisten liefert, brauchen Sie am wenigsten Warmwasser. Der Speicher ist um zehn Uhr voll, der Rest des Tages ist verloren. Eine PV-Anlage speist ihren Sommerüberschuss ins Netz oder in den Speicher, und jede Kilowattstunde hat einen Wert.

Warmwasser mit Photovoltaik

Was Solarthermie kann, kann Photovoltaik auch, nur flexibler. Zwei Wege:

  • Heizstab mit Überschusssteuerung: Ein elektrischer Heizstab im Warmwasserspeicher wird nur mit Solarstrom betrieben, den Sie sonst einspeisen würden. Kosten rund 800 bis 1.500 Euro, keine Wartung.
  • Brauchwasser- oder Heizungswärmepumpe: Sie macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Mit PV-Strom betrieben ist das die effizienteste Art, ein Haus zu heizen, und der Grund, warum Photovoltaik und Wärmepumpe heute zusammengedacht werden.

Beide Wege steuert das Energiemanagement so, dass sie in den Sonnenstunden laufen.

Wann Solarthermie noch Sinn hat

Ehrlich gesagt: selten. Sinnvoll bleibt sie, wenn ein sehr hoher, ganzjährig gleichmäßiger Warmwasserbedarf besteht, etwa in Mehrfamilienhäusern, Sportstätten oder Betrieben mit Prozesswärme, und die Dachfläche groß genug für beides ist. Oder wenn eine bestehende Heizung ohnehin einen Pufferspeicher hat und die Kollektoren fast geschenkt sind.

Sie haben bereits Solarthermie

Dann lassen Sie sie laufen, solange sie funktioniert, und belegen den Rest des Dachs mit Photovoltaik. Wenn Pumpe oder Kollektoren ausfallen, lohnt die Reparatur meist nicht mehr; wir bauen die Kollektoren zurück und schließen die Fläche mit Modulen. Den Warmwasserspeicher können Sie weiterverwenden, mit einem Heizstab für PV-Überschuss.

Weiterlesen

Wie viel Strom Ihr Dach liefern kann, lesen Sie unter Energieertrag. Was das in Euro bedeutet, unter Wirtschaftlichkeit. Oder Sie stellen eine Anfrage, und wir planen vorab, was auf Ihr Dach passt.

Stand: 07. September 2026

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine PV-Anlage für mein Haus und meinen Stromverbrauch?

Ja, für die allermeisten Haushalte lohnt sich eine PV-Anlage. Größe und Ausstattung der Anlage, zum Beispiel ob ein Speicher sinnvoll ist, klären wir in der Beratung individuell für Ihr Haus. Einen ersten Anhaltspunkt liefert unsere kostenlose Vorabplanung: Sie stellen eine unverbindliche Anfrage, wir planen Ihre Anlage vorab und schicken Ihnen ein Online-Angebot mit Ertrag und Wirtschaftlichkeit.

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Gerrit Schelter, Geschäftsführer der Solario GmbH

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