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PV-Wissen

Der Energieertrag einer PV-Anlage

Ein Süddach im Saarland liefert rund 1.070 bis 1.100 Kilowattstunden je Kilowatt und Jahr. Was Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Jahreszeit daran ändern und wie Sie den Ertrag Ihres Dachs abschätzen.

Luftaufnahme eines Wohnhauses mit PV-Modulen auf mehreren Dachflächen

Der Ertrag ist die Kilowattstundenzahl, die Ihre Anlage im Jahr erzeugt. Er hängt von der Anlagengröße ab, vom Standort, von Ausrichtung und Neigung des Dachs und von Verschattung. Die gute Nachricht zuerst: Das Saarland ist ein guter Standort, und selbst ungünstige Dächer liefern meist mehr, als ihre Besitzer erwarten.

Der Referenzwert für das Saarland

Für einen fairen Vergleich rechnet man den Ertrag auf ein Kilowatt Nennleistung um. Nach PVGIS, der Ertragsdatenbank der Europäischen Kommission, erzeugt ein Kilowatt Peak auf einem nach Süden gerichteten Dach mit 35 Grad Neigung in unserer Region 1.070 bis 1.100 Kilowattstunden im Jahr, inklusive der üblichen Systemverluste von 14 Prozent. Die Unterschiede zwischen Saarbrücken, Saarlouis, Lebach und Blieskastel liegen unter drei Prozent; die Einstrahlung von rund 1.350 Kilowattstunden pro Quadratmeter ist im ganzen Saarland nahezu gleich.

Eine typische Anlage mit 10 kWp liefert also rund 10.700 bis 10.850 Kilowattstunden im Jahr. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht 3.500 bis 4.500 Kilowattstunden, mit Wärmepumpe und Elektroauto 8.000 bis 10.000. Die Anlage deckt den Jahresverbrauch der meisten Häuser rechnerisch ab, nur eben nicht zu jeder Stunde.

Was Ausrichtung und Neigung ändern

Süd ist am besten, aber der Abstand zu anderen Ausrichtungen ist kleiner, als viele denken:

Ausrichtung Neigung Ertrag gegenüber Süd 35°
Süd 30–40° 100 %
Südost / Südwest 30–40° 95–97 %
Ost / West 30–40° 82–86 %
Süd 10° 92–94 %
Ost-West-Flachdach 10–15° 85–88 %
Nord 30° 55–65 %

Ein Ost-West-Dach verliert je Kilowatt etwa 15 Prozent, bietet aber zwei Dachhälften und damit doppelt so viel Fläche. Die Produktion verteilt sich außerdem gleichmäßiger über den Tag, was besser zum Verbrauch passt und den Speicher entlastet. In der Summe erzeugt ein voll belegtes Ost-West-Dach meist mehr als ein halb belegtes Süddach.

Selbst ein Norddach mit 30 Grad Neigung liefert noch 55 bis 65 Prozent. Bei niedrigen Modulpreisen kann sich die Belegung lohnen, wenn die Südfläche voll ist und der Verbrauch hoch.

Verschattung: der unterschätzte Faktor

Ein Schornstein, eine Gaube, der Baum des Nachbarn oder eine Satellitenschüssel werfen im Tagesverlauf wandernde Schatten. In einem klassisch verschalteten String bremsen wenige verschattete Module die ganze Reihe. Wir prüfen beim Vor-Ort-Termin die Verschattung über das ganze Jahr, nicht nur zur Mittagszeit im Sommer, und planen bei Bedarf mit Moduloptimierern. Wie sie arbeiten, steht unter Wie funktioniert Photovoltaik?

Der Jahresverlauf

Im Saarland entstehen rund 70 Prozent des Jahresertrags zwischen April und September. Ein sonniger Junitag bringt einer 10-kWp-Anlage 60 bis 70 Kilowattstunden, ein grauer Dezembertag fünf bis acht. Deshalb kann keine Dachanlage ein Haus im Winter autark versorgen, und deshalb ist der Speicher für den Tag-Nacht-Ausgleich gedacht, nicht für den Sommer-Winter-Ausgleich. Wer eine Wärmepumpe plant, sollte den Winterbezug realistisch in die Rechnung nehmen; die Anlage senkt ihn, ersetzt ihn aber nicht.

Alterung und Garantie

Module verlieren Leistung, aber langsam: Hersteller garantieren nach 25 bis 30 Jahren noch 85 bis 88 Prozent der Nennleistung, und in der Praxis liegt die Alterung meist bei 0,3 bis 0,5 Prozent im Jahr. Nach 20 Jahren liefert eine Anlage noch über 90 Prozent ihres Anfangsertrags. Der Wechselrichter hält typischerweise 15 bis 20 Jahre und wird einmal getauscht.

Ertrag abschätzen

Für eine erste Rechnung genügen drei Zahlen: Dachfläche, Ausrichtung und Verbrauch. Auf sechs Quadratmeter passt ein Kilowatt Peak. Ein Süddach mit 60 nutzbaren Quadratmetern trägt also rund 10 kWp und erzeugt 10.700 Kilowattstunden. Die genaue Auslegung mit Ihren Dachmaßen, Ihrem Verbrauchsprofil und den Hindernissen auf dem Dach übernehmen wir in der kostenlosen Vorabplanung. Was der Ertrag in Euro bedeutet, lesen Sie unter Wirtschaftlichkeit.

Stand: 14. Oktober 2026

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine PV-Anlage für mein Haus und meinen Stromverbrauch?

Ja, für die allermeisten Haushalte lohnt sich eine PV-Anlage. Größe und Ausstattung der Anlage, zum Beispiel ob ein Speicher sinnvoll ist, klären wir in der Beratung individuell für Ihr Haus. Einen ersten Anhaltspunkt liefert unsere kostenlose Vorabplanung: Sie stellen eine unverbindliche Anfrage, wir planen Ihre Anlage vorab und schicken Ihnen ein Online-Angebot mit Ertrag und Wirtschaftlichkeit.

Lohnt sich ein Speicher, und wie groß sollte er sein?

Ein Speicher lohnt sich in der Regel, wenn seine Größe zur PV-Anlage und zu Ihrem Stromverbrauch passt. Ist er zu klein, geht überschüssiger Strom für wenig Geld ins Netz. Ist er zu groß, wird er nicht ausgelastet und kostet unnötig.

Entscheidend ist, was Sie von der Anlage erwarten: Notstrom ist nur mit Batteriespeicher möglich. Wer maximale Unabhängigkeit möchte, wählt den Speicher größer; wer die kürzeste Amortisationszeit möchte, wählt ihn kleiner. In unserem dynamischen Online-Angebot vergleichen Sie verschiedene Speichergrößen mit Ertrag, Kosten und Einsparung live.

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Gerrit Schelter, Geschäftsführer der Solario GmbH

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