Eine PV-Anlage ist ein Zusammenspiel aus wenigen Komponenten, und jede hat eine klare Aufgabe. Wer sie kennt, versteht jedes Angebot und kann die richtigen Fragen stellen.
In der Solarzelle: der Photoeffekt
Eine Solarzelle besteht aus zwei Schichten Silizium, die gezielt mit fremden Atomen versetzt sind. Die obere Schicht hat einen Überschuss an frei beweglichen Elektronen, die untere einen Mangel. An der Grenze entsteht ein elektrisches Feld. Trifft ein Lichtteilchen auf die Zelle, löst es ein Elektron aus seinem Platz, und das Feld schiebt es zur Oberseite. Über feine Metallkontakte fließen die Elektronen ab: Strom. Der Vorgang läuft bei Sonne und bei bedecktem Himmel, nur mit unterschiedlicher Stärke. Auch diffuses Licht liefert Ertrag, deshalb produziert eine Anlage im Saarland an einem grauen Novembertag immer noch zehn bis fünfzehn Prozent ihrer Sommerleistung.
Vom Modul zum String
Ein Modul verschaltet 108 bis 144 Zellen in Reihe, damit eine brauchbare Spannung entsteht. Mehrere Module werden wiederum zu einem String in Reihe geschaltet und mit einem Kabelpaar zum Wechselrichter geführt. In der Reihe gilt: Das schwächste Modul bestimmt den Strom des ganzen Strings. Genau hier entsteht das Verschattungsproblem, zu dem wir gleich kommen.
Moderne Module haben einige Eigenschaften, die im Angebot auftauchen:
- Glas-Glas-Module haben vorne und hinten eine Glasscheibe statt einer Kunststofffolie. Sie altern langsamer, sind unempfindlicher gegen Feuchtigkeit und bekommen meist 30 Jahre Produktgarantie. Wir setzen sie standardmäßig ein.
- Halbzellen-Technik teilt jede Zelle, halbiert den Strom und senkt Verluste. Zudem arbeitet das Modul weiter, wenn eine Hälfte verschattet ist.
- Bifaziale Module nutzen auch Licht, das von der Rückseite kommt, etwa von einem hellen Flachdach oder Kies.
- All-Black bezeichnet Module mit schwarzer Rückseitenfolie und schwarzem Rahmen. Sie sehen auf dunklen Dächern ruhiger aus, kosten wenig mehr und liefern bei Hitze minimal weniger.
Der Wechselrichter: Übersetzer und Gehirn
Die Module liefern Gleichstrom, Ihr Haus und das Netz arbeiten mit 230-Volt-Wechselstrom. Der Wechselrichter übersetzt. Er sucht außerdem laufend den Arbeitspunkt, an dem die Module am meisten Leistung abgeben, überwacht das Netz, schaltet bei Fehlern ab und liefert die Daten für die App. Ein guter Wechselrichter wandelt mit 97 bis 98 Prozent Wirkungsgrad. Bei einem Hybridwechselrichter ist der Anschluss für den Batteriespeicher gleich integriert, was beim Nachrüsten Geld spart. Mehr dazu unter Wechselrichter.
Der Speicher: den Tag verlängern
Eine Anlage produziert am meisten um die Mittagszeit, ein Haushalt verbraucht am meisten morgens und abends. Ohne Speicher nutzen Sie deshalb nur etwa 30 bis 35 Prozent des eigenen Stroms direkt. Ein Batteriespeicher mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen nimmt den Überschuss auf und gibt ihn nach Sonnenuntergang wieder ab. Der Eigenverbrauch steigt auf 60 bis 70 Prozent. Als Faustregel passt eine Kilowattstunde Speicher je Kilowatt Anlagenleistung, bei Wärmepumpe oder Elektroauto gern mehr. Wie groß Ihr Speicher sein sollte, klären wir in der Planung; die Grundlagen stehen unter Batteriespeicher.
Der Zähler: Bezug und Einspeisung
Nach der Inbetriebnahme tauscht der Netzbetreiber Ihren Zähler gegen einen Zweirichtungszähler. Er misst getrennt, was Sie aus dem Netz beziehen und was Sie einspeisen. Der eingespeiste Strom wird mit der EEG-Vergütung bezahlt, der bezogene wie bisher abgerechnet. Der Strom, den Sie direkt selbst verbrauchen, läuft am Zähler vorbei und taucht auf keiner Rechnung mehr auf: Das ist der eigentliche Gewinn.
Energiemanagement: den Verbrauch zur Sonne schieben
Ein Smart Meter im Zählerschrank misst sekündlich, ob Ihr Haus gerade Strom einspeist oder bezieht. Ein Energiemanager nutzt diese Information, um Verbraucher zu steuern: Die Wallbox lädt das Auto mit Überschuss, der Heizstab wärmt Wasser vor, die Wärmepumpe zieht ihre Laufzeit in den Mittag. So steigt der Eigenverbrauch ohne zusätzlichen Speicher. Wie das funktioniert, erklären wir unter Energiemanagement.
Alles zusammen
Module erzeugen Gleichstrom, der Wechselrichter macht Wechselstrom daraus, der Speicher hebt den Überschuss auf, der Zweirichtungszähler misst den Rest, und das Energiemanagement sorgt dafür, dass möglichst wenig Rest übrig bleibt. Wie viel Ertrag am Ende auf Ihrem Dach entsteht, lesen Sie unter Energieertrag.
Stand: 07. September 2026